Wehr Kraftwerk Rheinau, © Rheinaubund
Wehr Kraftwerk Rheinau


Die ERAG (Kraftwerk Rheinau AG) ist Betreiberin des Kraftwerkes Rheinau. Das Ausleitkraftwerk verursacht in der Rheinschleife eine rund 4.5 km lange Restwasser-strecke, die es nach Artikel 80 des Gewässerschutz-gesetzes bis 2012 zu sanieren gilt. Das KW Rheinau ist ein Grenzkraftwerk, die Konzessionsbehörde ist das Bundesamt für Energie. Die Ausbauwassermenge des Kraftwerks beträgt 400 m3/s, die Mindestrest-wassermenge gemäss Konzession liegt bei 5 m3/s.  Stau und Restwasserstrecke liegen im BLN-Gebiet 1411. Die Restwasserstrecke ist landschaftlich ausserordentlich sensibel, da die Klosterinsel und die Zollbrücke auf diesem Abschnitt liegen. Zwei Hilfswehre stauen den Restrhein ein.

 

2003 liess der Rheinaubund der Rheinschleife bei Rheinau durchführen. Die Resultate zur Habitateignung (CASIMIR-Simulationen) finden Sie hier.

  • Eine ökologische Aufwertung, muss die heute bestehenden, oft kaum durchströmten „Stauseen“ wieder zu einem Fluss machen. Das erfordert höhere Restwassermengen als bisher vom Bund geplant, im Winterhalbjahr mindestens 50 m3/s, im Sommer mindestens 70 m3/s.
  • Das Landschaftsbild muss geschützt werden. Das erfordert insbesondere eine dauernde Wasserführung im „Chly Rhy“, denn die Klosterinsel soll eine Insel bleiben.
  • Der Rhein soll wieder ein durchgängiger Fluss mit freier Fischwanderung werden, das heisst wenn möglich ein Rückbau der beiden Hilfswehre und ein Fischpass beim Hauptwehr. Auch die Kleinschifffahrt soll gewährleistet bleiben.

 

Aktuell

 

22. Januar 2012 Das am 22. Dezember 2011 erstellte, gemeinsame Fachgutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) und der Eidgenössischen Kommission für Denkmalpflege (EKD) legt plausibel dar, dass keine der bisher vom Bundesamt für Energie (BFE) zusammen mit der Axpo AG vorgeschlagenen Varianten die gewässerökologischen, landschafts- und ortsbildschützerischen Anforderungen erfüllt. Den Schlüssel für eine tragfähige Lösung sehen die Experten eindeutig bei einer deutlich höheren Mindestrestwassermenge als bisher geplant - nämlich je nach Variante 60-150m3/s statt lediglich 20-25m3/s.

Der Rheinaubund begrüsst diese Öffnung in der Lösungssuche für die dringend nötige Restwassersanierung ausdrücklich, ebenso die Hinweise der Gutachter mit Blick auf eine allfällige Neukonzessionierung des Kraftwerks. Der Ball liegt jetzt beim BFE, der Axpo AG und den Kantonen, welche die Sanierungsvarianten nun möglichst rasch überarbeiten müssen. Die gesetzlich bereits verlängerte Frist für eine Sanierung läuft dieses Jahr ab.

 

Gutachten ENHK als PDF (363 kB)

Anhang Gutachten der ENHK als PFD (2.0 MB)

 

 

29. August 2011 Regierungsanfragen zum Kraftwerk Rheinau.

Die Chance auf mehr Wasser, mehr Ökologie, mehr Energie: Die Sanierung des Kraftwerks Rheinau bietet eine aussergewöhnliche Chance. Ein Gewinn für die Natur und mehr Strom. Der Rheinaubund begrüsst die heute von den Zürcher Kantonsräten Françoise Okopnik, Martin Farner, Markus Spaeth-Walter und dem Schaffhauser Kantonsrat Thomas Wetter bei ihren Regierungen eingereichten Anfragen zur Restwassersanierung Rheinau. Medienmitteilung vom 29. August 2011

 

Am 19. April 2011 fand ein Runder Tisch mit allen Beteiligten statt. Der Rheinaubund sieht in der Sanierung des Kraftwerk Rheinau eine aussergewöhnliche Chance: Ein Gewinn für die Natur und mehr Strom. Download unserer Medienmitteilung vom 20. April 2011.

 

Im März 2011 wurde die Zusatzstudie zum Chli Rhy publiziert, sie durchleuchtet die Durchströmung des Chli Rhy bei verschiedenen Restwassermengen, die Problematik der Schiffahrt sowie der Energieproduktion.

 

8.Oktober 2010 Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat gemeinsam mit dem federführenden Bundesamt für Energie BFE eine Medienmitteilung zum aktuellen Stand der Restwassersanierung in Rheinau veröffentlicht.




Simulation Sanierung Kraftwerk Rheinau

Um die Wasserspiegellagen im Chly Rhy bei verschiedenen Szenarien aufzuzeigen, hat der Rheinaubund zusätzliche Modellrechnungen in Auftrag gegeben. Untenstehend die Simulation mit Restwasser saisonal 50-70 m3/s; unteres Hilfswehr ganz, oberes Hilfswehr halb abgesenkt ─ Chly Rhy ganzjährig mit Wasser; bei den Hilfswehren sind, wie auch bei A am unteren Hilfswehr, Fischaufstiegshilfen nötig.

Detaillierte Informationen zu den Computermodellen finden Sie hier.

 

Standort

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© swisstopo.ch, 2010

Pressespiegel

"Mehr Wasser in die Schleife" Landbote vom 12.04.2011

 

"Fischpass und Abbruch der Hilfswehre" Schaffhauser Nachrichten vom 05.11.2010